Sonntag, 29. August 2010

Strick-Nyamas

Patanjali und Stricken? Jetzt wird es aber ein bisschen sehr beliebig...

Nicht ganz!

Nimmt man sich Patanjalis Nyamas zur Hand, paßt das Stricken mit ein wenig Nachhilfe ganz gut zum Kanon der yogischen Disziplinen:

Shauca - die Reinheit: bezieht sich sowohl auf den Körper als auch auf den Geist. Wer schon mal versucht hat, mit Schokoladenpfoten ein Schultertuch aus feinster Wolle zu stricken, wird diesen Punkt gut nachvollziehen können.

Auch, wer  in Gedanken mit seiner Steuererklärung zu Gange war, während die Finger  an einem komplizierten Zopfmuster arbeiteten, weiß die Reinheit (=Zentriertheit) der Gedanken sehr zu schätzen!

Als nächstes wäre da Santosha, die Zufriedenheit. Wenn man das gleiche Strickstück zig mal aufrippeln musste, und am Ende doch einen Traum von einem Pullover vor sich liegen hat, ist die Zufriedenheit so groß, dass sie zu reinstem Glück mutiert :-)

Dann geht es weiter zu Tapas - Begeisterung und Disziplin. Mit der Begeisterung hat Frau Yogini  keine Probleme. Mir fallen auf Anhieb 10 Teile ein, die ich sofort stricken möchte. Aber die Disziplin, das Angefangene auch zu beenden -  oh weh :-(
Hier fleißt der Yoga von der Matte zu den Nadeln: mittlerweile stricke ich tatsächlich EIN Teil nach dem anderen. Fange nicht mehr 10 Sachen an und siehe da, es kommen auch tragbare Sachen dabei raus (Bildbeweiß folgt!)

Der nächste Punkt: Svadhyaya - Selbststudium,  aber auch, Neues zu lernen, um sich selbst weiterzuentwickeln. Also nicht die 1001. Socke aus selbstmusterndem Garn mit dreiteiligem Käppchen, es darf auch etwas Kompliziertes wie eine Zopfsocke mit Herzferse sein. Oder so :-)

Und zu guter Letzt: Isvara Pranidhana - Handeln mit Hingabe. Das ist m.E. nach eine der besten Beschreibungen fürs Stricken,  wie folgende Szene zeigt:

Sie:"Wirklich nur noch eine Reihe, Schahaatz!" ,
Er: guckt  mal wieder hungrig in den leeren Kühlschrank....

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